© 2011 luca IMGP8829_thumb.jpg

Der Weg nach Zumba & Die Grenze von Peru

Da wir ja nur eine Nacht in Vilcabamba bleiben wollten konnten, buchten wir direkt für den nächsten Tag den Nachtbus nach Zumba, dem letzten ecuadorianischen Dorf vor der Grenze. Plan war, morgens früh in Zumba aufzuschlagen, die 0800 Uhr “Ranchera” zur Grenze zu erwischen und so noch vor Mittag in Peru zu sein. Tja. Sowar der Plan. Der Nachtbus fuhr zeitig ab, und in den unbequemen Sesseln schliefen wir sanft ein. Als wir aufwachten, stand der Bus. Im Nirgendwo. Ein kleines Kaff, mitten in den Anden, aber nicht Zumba. Der Busfahrer erklärte uns, jetzt werde erstmal geschlafen, es würde regnen, die Erdrutsche würden zumindest jetzt die Strecke unbefahrbar machen. Gegen 6 würden wir weiterfahren. Also schliefen wir ein wenig mehr, und gegen 6 setzten wir uns zumindest ein bisschen in Bewegung. Der Regen war um einiges stärker geworden, und die Strecke erinnerte schon nach ein paar Metern an ein Schlammbad. Ein uns entgegenkommender Pick-Up winkte ab, kein Durchkommen. Zurück ins Dorf, gegen 7 ein weiterer Versuch mit gleichem Ergebnis. Unser Busfahrer war irgendwie wütend über alles, und sein roter Kopf sah Ulli Hoeness  verblüffend ähnlich. Um 8 Uhr versuchten wir es, in immer stärkerem Regen, noch mal, wieder wurde uns signalisiert, das wir nicht durchkämen. Der Busfahrer murmelte etwas, was wir nicht mal annähernd verstanden, aber von Gestik und Mimik war es ein  klares “scheiß doch der Hund drauf”. Ob dieser das wirklich tat, wissen wir nicht, wir fuhren los. Glücklicherweise hatten wir Schaufeln und Hacken an Bord, die wurden im Verlauf der Weiterfahrt auf der Schlammpiste mehr als einmal geschwungen…..

Irgendwie schafften wir es dann aber doch bis Zumba, natürlich nach Abfahrt sämtlicher für uns interessanten Rancheras. So hiess es Warten und Warten und Warten, bis wir mit einem der völlig überfüllten Kleinlaster zu La Balsa, der peruanischen Grenze abdüsen konnten. Rancheras sind 7,5-Tonner mit offener Ladefläche, auf die jemand ein paar Holzbänke gezimmert hat. Bequem können darin ca 20 Leute sitzen, wir quetschten ca 60 rein und noch ein paar aufs Dach des Führerhäuschens, plus ein paar Hühner und einen Hund, der die ganze Zeit zwischen unseren Beinen unter den Bänken rumturnte. Sehr unbequeme 2 Stunden später waren wir dann an der Grenze, ein paar Häuser, ein Fluss mit Brücke und noch ein paar Häuser auf der anderen Seite. 2 gelangweilte ecuadorianische Polizisten waren heilfroh, was zu tun zu haben, und stempelten voller Elan unsere Pässe und wünschten uns eine gute Weiterreise.

 

Sylvie vor Ecuador

CIMG1500

Sylvie vor Peru

CIMG1501

Von Peru aus ging die Reise dann unspektakulär über viele, langweilige Stationen weiter. Mit dem Collectivo nach San Ignacio, von dort über Jaén nach Tarapoto und direkt weiter nach Yurimaguas, wo wir auch nicht viel taten außer uns einen Platz auf dem Amazonasdampfer Richtung Iquitos zu suchen. Iquitos!

 

CIMG1495IMGP8824IMGP8827IMGP8828IMGP8833IMGP8837

 

IMGP8829

One Comment

  1. Manfred Hensel
    Posted 11/09/2011 at 22:40 | #

    Sehr gut dein kurzer Reisebericht.
    Gruss aus Ecuador