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Bei den Mongolen

Da wir eigentlich viel zu lange Zeit in Beijing rumgehangen sind (einige Fotos folgen noch), entschlossen wir uns noch auf den letzten Druecker irgendwas einzubauen… Haengende Tempel, kaiserliche Residenzen, Terrakottaarmeen, die Wahl ist gross. Da wir aber noch einige Zeit in China zubringen werden, dachten wir, es waere mal schoen, auch was anderes zu sehen. Was bietet sich da an? Die Mongolei schien eine gute Wahl. Die innere Mongolei ist ein Teil von China, offiziell, also hatten wir auch keine Visa/Grenzprobleme. Sunny, die immerlaechelnde Managerin unseres Hotels, besorgte uns ein Zimmer in der Stadt Hohhot und einen Satz Zugtickets. Die waren ueberraschend preiswert, aber der Eindruck taeuschte: 11 Stunden im Hard Seater waren der reinste Horror, wir haetten einiges fuer ein Upgrade gegeben…

Die Chinesen verkaufen auch Stehtickets, deren Inhaber recht geil auf unsere Sitzplaetze waren, sodass wir um selbige erstmal diskutieren mussten. Der Zug war krass ueberfuellt, jeder quadratcentimeter Boden war mit riesigen Taschen und Tueten belegt, es herrschte eine Basaratmosphaere. Manche schliefen (auf dem Boden), manche schrien, viele rauchten. Wie  geraedert kamen wir an, in der vielleicht haesslichsten Stadt, die wir je sahen (ok, Wolfsburg kann da vielleicht mithalten…).

 

Wir wurden am Bahnhof abgeholt, in ein sauberes, aber ueberteuertes Hostel gebracht, wo wir erstmal ins Bett fielen und verschliefen. Spaeter organisierten wir uns eine Ueberfahrt in die Steppe mit Uebernachtung und Transfer zur Wueste Gobi am naechsten Tag. Dann die Hiobsbotschaft: Fuer die Rueckfahrt waren nur noch Hard Seater Tickets zu haben. Schockschwerenot!

 

Abends lernten wir Uwe und Chris kennen, einen deutschen Expaten und einen Australier, die das gleiche vorhatten wie wir und sich uns kurzerhand anschlossen. Wir gingen zu einem (ueberraschend guten) Abendessen in der Stadt, wo wir von Uwes Mandarinkenntnissen profitierten, in Sprache und Knigge. Auf chinesisch bringt man einen Wunsch dem Kellner gegenueber folgendermassen zum Ausdruck: Man oeffnet die Tuer des privaten Esszimmers und bruellt durchs ganze Etablissement: “FUUUUUUUUUUUUUUUUUUYE!” (KELLNER!)

Am naechsten Tag ging es nach mongolischem Fruehstueck (verschimmeltem Toastbrot) los. Eine lange Fahrt brachte uns in die Steppe, wo wir nach einem mongolischen Tee die Weite der Landschaft bei einem Spaziergang genossen. Wir sahen die ganze Bandbreite des Steppenlebens: Kamele, Wildpferde, Schaefchen, was hasenartiges, Kuehe und kleine Wirbelstuerme (sahen ehct aus wie mini-Tornados.). Danach wurden uns mongolische Pferde zu einem Ausritt bereitgestellt. Es war… gewoehnungsbeduerftig. Der mongolische Sattel hat mal so gar nichts mit dem westlichen zu tun und war fuer Luca, der ausserdem das zickige Pferd erwischte, eine Tortur. Den anderen erging es jedoch recht gut, teilweise hatten sie auch normale Saettel.

 

Spaeter bezogen wir unsere Jurte und sammelten etwas Kuhfladen, um spaeter ein bisschen zu heizen. Zum Sonnenuntergang erklommen wir einen nahegelegenen Huegel und assen danach einfaches, aber leckeres Essen. Die Nacht war waermer als erwartet in der Jurte (Aussentemperatur im minusbereich). Am naechsten Morgen standen wir frueh auf und machten uns auf den langen Weg in die Wueste Gobi. Unterwegs aszen wir in einem sehr schicken und leckeren Restaurant entlang der Autobahn. Am Rande der Wueste wurden wir dann von Jessie, unserer mongolischen Fuehrerin in eine “Farm” gefuehrt. Das war eine der schlimmsten Erfahrungen bisher: Ein Haufen Woelfe und ein so gut wie toter Emu wurden in 4qm Verschlaegen unter erbaermlichsten Bedingungen vorgezeigt. Die Tiere waren komplett verstoert und hatten diverse Narben, ihre Kaefige stanken erbaermlich und wurden scheinbar seit Wochen nicht mehr gereinigt. Widerlich. Unsere Fuehrerin hatte fuer unsere Ablehnung ueberhaupt kein Verstaendnis, da die Tiere ja wild und gefaehrlich seien…

Als uns die Kamele praesentiert wurden, mit denen wir eigentlich haetten ausreiten sollen, wurde uns auch nicht besser: Die Tiere hatten schwaerende Wunden, Eisensporne durch die Nasen getrieben, an denen sie gezogen wurden, die Hoecker teilweise umgeklappt… ein erbaermlicher Anblick. Wir machten uns unbeliebt und sagten, dass wir mit diesen Tieren keinen Ausritt machen wuerden. Viel Gezeter, viel Kammedi, sogar einige Traenen seitens Jessie wurden vergossen, dann durften die Kamele zurueck in ihr Gulag und wir liefen zu Fuss in die Wueste hinein. Ein durch und durch schoene Gegend, wunderbarer Ausblick. Der feine Sand und die starke Sonne machten Spass, bis wir zurueckmussten, zum Bus Richtung Hohhot. Der Hard Seater zurueck nach Peking war wesentlich angenehmer und wesentlich weniger ueberfuellt als der auf dem Hinweg. Ein Glueck.

 

Spass beim 11h Uebernachtzug

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Sylvia beim mongolischen Reiten… Luca tut heute noch der Hintern weh

 

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Ein typischer Mongole ein typische Anblick in der Mongolei

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Kaetzlein

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Sonnenuntergang

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Mongolei bei NachtOLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Essen

EssenOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Wueste GobiOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Pferde

 

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Die Steppe, oder das mongolische MeerOLYMPUS DIGITAL CAMERAKOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Das FruehstueckCIMG4421

WildpferdeCIMG4427CIMG4438CIMG4470CIMG4480CIMG4489CIMG4494CIMG4508CIMG4516

luxurioese Unterkuenfte fuer den stolzen mongolischen WolfCIMG4520CIMG4539OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERADie Richtung ist unklarOLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Typischer Graslandanblick: Viel Landschaft und viele GaueleOLYMPUS DIGITAL CAMERA

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