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Tibet–Namtso

Bevor wir uns in Richtung Westen mit den grossen Attraktionen wie Everest, Kailash, Shigatse und so weiter machten, baten wir unsere Guide/Fahrer Kombinationen uns auf einen Tagesausflug in den Osten mitzuholen: Zum Namtso-See. Der Namtsosee ist der hoechste Salzwassersee der Welt (auf ueber 4700m, damit auf Hoehe des Gipfels des Mont Blanc) und etwas ein Fuenftel der Groesse des Bodensees. Gelegen zwischen den Tibetischen Berggipfeln, hinter einigen 5000+m Paessen, ist der Namtso sehr schwer zu erreichen. Oft sind die Paesse unbefahrbar, und das ueber Tage. Wir hatten Glueck, und absolut kein Problem. Durch spektakulaere tibetische Gipfel, vorbei an wirklich idyllischen Doerfern (so viel schoener als das verchineselte Lhasa) fuhren wir unter einem tiefblauen Himmel. Abseits der Touristenwege kamen wir auch erstmal in den Genuss echten tibetischen Essens: Da alle Restaurants geschlossen waren, wurden wir von ein paar Familien an den Herd eingeladen und uns wurde Thukpa (tibetische Nudelsuppe mit ein ganz klein wenig Yakfleisch serviert), dazu die wahl zwischen Butter – und “sweet” Tea. Letzterer war deutlich ertraeglicher fuer den europaeischen Gaumen Winking smile

 

Gegen Mittag nahmen wir dann den letzten Pass auf weit ueber 5000m und dann erstreckte sich das “Juwel Osttibets” unter uns. Ein riesiger blauschwarzer Fleck, der im Sonnelicht wirklich wie ein Edelstein glitzerte, gesaeumt von kleineren Bergen und Yakherden. Der Jeep hielt in einer Geisterstadt – wir waren ausserhalb der Saison da und die Touristendoerfer rund um den See waren wie ausgestorben, verbarrikadiert. Tatsaechlich leben anscheinend nur 2 Familien mit je 4 Mitgliedern permanent am See, alles andere kommt nur zu Tourisaison. Traurig.

Als wir aus dem Jeep stiegen, schlug uns erstmal die Kaelte ins Gesicht. Trotz Merino-Funktionsunterwaesche, Tshirt, Pulli, Pulli, Dauenenjacke, Windundwasserundhassenichtgesehenfester Jacke, dicker Wollmuetze, Winterstiefeln und Handschuhen froren wir wie die Schneider. Der Wind war hoellisch und schien genau in die Ritzen und Reissverschluesse unserer Jacken zu klettern. Sowas habe ich noch nie erlebt. Was das ganze noch omminoeser machte, war, dass die Sonne wie bekloppt schien. Es war unheimlich hell und tat absurd in den Augen weh… Noch surrealer wurde es, als wir ans Ufer des Sees stiefelten. Wir wussten, dass es ein Salzwassersee war. Aber darauf waren wir nicht vorbereitet. Es gab einen soliden, feinen, weissen Sandstrand, von dem viele Mittelmeerbereiche nur traeumen koennen, es gab Wellen, und wir sahen deutliche Anzeichen dafuer, dass es sowas wie Ebbe und Flut in begrenzter Form gibt. Dazu das kristallklare Wasser, dass eher nach Tasmanien als nach Tibet ausschaut, unter der knallenden Sonne. Irgendwie fuehlte man sich, als sollte man sein Handtuch ausrollen und sich ein bisschen braun braten, bis der Wind einen schmerzhaften an die Minusgrade erinnerte. Dazu noch die Berge im Hintergrund, und wir fuehlten uns komplett fehl am Platz, wie in einer ganz anderen Welt…

 

Auf dem Weg zum Nam Tso

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kleines tibetisches Guesthouse mit dem einzigen Bewohner zu dieser Jahreszeit

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Der Eastern Tibet Highway irgendwo im Nirgendwo

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Fast auf dem Pass

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Der letzte Pass vor Nam Tso, weit ueber 5000m hoch

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Nam Tso

 

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Volle Montur und trotzdem schweinekalt

 

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